Die 14 Buchen in Rambach

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Erzählungen von Heinz Steinle, nach Angaben von Hugo Deucker:
Die Rambacher Jugend ist in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg mehr am "Ranseresch" als an dem Rambach gewesen. Hinter der Siedlung "Wellbornstraße" waren mehrere Wasserläufe in dem "Runde-Pfuhl", so ist der Name des Distriktes hinter den Häuser an der Wellbornstraße. Die Erklärung für "Runde-Pfuhl" ist: Runde ist wahrscheinlich von Rondo, immer wiederkehrend und Pfuhl: ist ein Wasserbecken . Bevor das ganze Gebiet mit Bombenschutt und Erde die anfiel beim Bau der Siedlung auf gefüllt worden ist, war die ganze Landschaft vom Wasserhäuschchen bis zu der Adolf-Reichwein-Schule, mit mehreren tiefen Gräben durchzogen. In jedem der Gräben ist ein kleiner Bach geflossen. Die Rambacher Buben haben diese Gräben gestaut (gesträmmt) und haben in diesen Gräben gebadet, se nannten es den "Waldsee". Spasses halber wurden dann die kleinen Dämme beseitigt und das Wasser floss nun ungehindert den Ranserech hinunter ins Tal, dies gab dann Ärer mit den Anwohner. Die sind Erzählungen nach Hugo Deucker.

Erzählung von Heinz Steinle:
Beim Bau der Siedlung "Wellbornstraße" wurde der Aushub der
Häuser zum Auffüllen dieser Gräben genutzt. Weiterhin wurde Bombenschutt aus Wiesbaden zum Auffüllen dieser Gräben benutzt. Man sieht heute nur noch Andeutungsweise diese Gräben. Am Trimmpfad hinter der Schule befindet sich eine kleine Brücke, hier befindet sich noch solch ein Graben. Bis zum Wasserhäuschen sah der Wald wie ein großes tiefes Wellblechdach aus. Die Höhe bzw. die Tiefe dieser Rinnen waren zwischen 6 und 8 m und in der Breite ca. 2,5 bis 3 m. Manche Gräben waren auf breiter und tiefer. Die Buben haben dann mit Kehrbesen Rennbahnen angelegt und sind von der Höhe in die Tiefen und wieder zur nächsten Höhe gelaufen. Je schneller man laufen konnte, desto größer war der Kick (fast schwerelos). Haben die Buben den Berg auf der anderen Seite knapp angelaufen, dann konnte es passieren, dass die Knie fast gegen das Kinn schlugen (Kompression). Die Rennbahnen waren miteinander verbunden und waren im geschlossenen Kreis ca. 100 m lang. Zeiten für ein Rennen konnten nicht ermittelt werden, da Stoppuhren zu dieser Zeit nicht vorhanden waren, es ging den Buben hier auch nicht um die Zeiten, sondern nur um den Kick.  

Ranseresch/Kühberg, man sagt zu einem Buckel ja auch "Ranse"
Gegenüber der Trompeterstraße 34 befand sich ein großer Kibbel (Berg/Hügel) dieser Kibbel wurde beim Bau der Häuser abgetragen. Hier lief vor dem Bau der Häuser das ganze Abwasser der Siedlung, Wellbornstraße,  ungeklärt ins Tal. Diesen kleinen Hügel haben die Rambacher "Kühberg" genannt, und hier stand auch der Baum "Die 14 Buchen". 14 Buchen aus dem Grund weil aus einen Stamm/Wurzel sich 14 fast gleich große Bäume/Stämme entwickelt haben. Der Baum stand hinter den Haus 29. Die Buche hatte am Boden einen Durchmesser von ca. 2,5 m und aus dieser wuchsen die 14 Stämme. Die einzelnen Stämme hatten einen Durchmesser von ca. 25 cm. Da dieser Baum völlig frei stand, haben die einzelnen Stämme schon am Boden Äste ausgebildet. Für die Kinder die hier gelebt haben war das ein idealer Spielplatz. Wenn nun im Herbst das Laub fiel, dann sahen die 14 Buchen aus wie ein großer Reiserbesen. Wenn Ich (Heinz) von der Römerburg aus das erste Grün an den 14 Buchen gesehen habe, dann wusste ich, es wird Frühling. Die 14 Buchen haben dem "Ranseresch" eine eindeutige Note gegeben. Die 14 Buchen standen auch eine lange Zeit unter Naturschutz. In den 30siger Jahren ist einer der Stämme, von den 14 Buchen, abgestorben und somit waren es nur noch 13 Buchen. Die verbleibenden Buchen wurden auch nicht dicker im Stamm, sagte Heinz. In den 50ziger Jahren, gegen 1952 /53 wurde der Kippel abgetragen und die 13 Buchen sind über Nacht verschwunden. Das einzige was übrig blieb, waren die ca. 50 cm über dem Boden abgeschnittenen Stämme (Stotze) noch zu sehen.


Erzählung von Heinz Steinle am 31.01.2014   ©