Erzählungen von Heinz Steinle,
nach Angaben von Hugo Deucker:
Die Rambacher Jugend ist in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg mehr am
"Ranseresch" als an dem Rambach gewesen. Hinter der Siedlung
"Wellbornstraße" waren mehrere Wasserläufe in dem "Runde-Pfuhl",
so ist der Name des Distriktes hinter den Häuser an der
Wellbornstraße. Die Erklärung für "Runde-Pfuhl" ist: Runde
ist wahrscheinlich von Rondo, immer wiederkehrend und Pfuhl: ist ein Wasserbecken
. Bevor das ganze Gebiet mit Bombenschutt und Erde die anfiel beim Bau der
Siedlung auf gefüllt worden ist, war die ganze Landschaft vom
Wasserhäuschchen bis zu der Adolf-Reichwein-Schule, mit mehreren tiefen
Gräben durchzogen. In jedem der Gräben ist ein kleiner Bach geflossen.
Die Rambacher Buben haben diese Gräben gestaut (gesträmmt) und
haben in diesen Gräben gebadet, se nannten es den "Waldsee". Spasses
halber wurden dann die kleinen Dämme beseitigt und das Wasser floss
nun ungehindert den Ranserech hinunter ins Tal, dies gab dann Ärer mit
den Anwohner. Die sind Erzählungen nach Hugo Deucker.
Erzählung von Heinz
Steinle:
Beim Bau der Siedlung "Wellbornstraße" wurde der Aushub der
Häuser zum Auffüllen dieser
Gräben genutzt. Weiterhin wurde Bombenschutt aus Wiesbaden zum
Auffüllen dieser Gräben benutzt. Man sieht heute nur noch
Andeutungsweise diese Gräben. Am Trimmpfad hinter der Schule befindet
sich eine
kleine
Brücke, hier befindet sich noch solch ein Graben. Bis zum
Wasserhäuschen sah der Wald wie ein großes tiefes Wellblechdach
aus. Die Höhe bzw. die Tiefe dieser Rinnen waren zwischen 6 und 8 m
und in der Breite ca. 2,5 bis 3 m. Manche Gräben waren auf breiter und
tiefer. Die Buben haben dann mit Kehrbesen Rennbahnen angelegt und sind von
der Höhe in die Tiefen und wieder zur nächsten Höhe gelaufen.
Je schneller man laufen konnte, desto größer war der Kick (fast
schwerelos). Haben die Buben den Berg auf der anderen Seite knapp angelaufen,
dann konnte es passieren, dass die Knie fast gegen das Kinn schlugen
(Kompression). Die Rennbahnen waren miteinander verbunden und waren im
geschlossenen Kreis ca. 100 m lang. Zeiten für ein Rennen konnten nicht
ermittelt werden, da Stoppuhren zu dieser Zeit nicht vorhanden waren, es
ging den Buben hier auch nicht um die Zeiten, sondern nur um den
Kick.
Ranseresch/Kühberg, man sagt
zu einem Buckel ja auch "Ranse"
Gegenüber der Trompeterstraße 34 befand sich ein großer
Kibbel (Berg/Hügel) dieser Kibbel wurde beim Bau der Häuser abgetragen.
Hier lief vor dem Bau der Häuser das ganze Abwasser der Siedlung,
Wellbornstraße, ungeklärt ins Tal. Diesen kleinen Hügel
haben die Rambacher
"Kühberg"
genannt, und hier stand auch der Baum
"Die
14 Buchen". 14 Buchen aus dem Grund weil aus einen Stamm/Wurzel sich
14 fast gleich große Bäume/Stämme entwickelt haben. Der Baum
stand hinter den Haus 29. Die Buche hatte am Boden einen Durchmesser von
ca. 2,5 m und aus dieser wuchsen die 14 Stämme. Die einzelnen Stämme
hatten einen Durchmesser von ca. 25 cm. Da dieser Baum völlig frei stand,
haben die einzelnen Stämme schon am Boden Äste ausgebildet. Für
die Kinder die hier gelebt haben war das ein idealer Spielplatz. Wenn nun
im Herbst das Laub fiel, dann sahen die 14 Buchen aus wie ein großer
Reiserbesen. Wenn Ich (Heinz) von der Römerburg aus das erste Grün
an den 14 Buchen gesehen habe, dann wusste ich, es wird Frühling. Die
14 Buchen haben dem "Ranseresch" eine eindeutige Note gegeben. Die 14 Buchen
standen auch eine lange Zeit unter Naturschutz. In den 30siger Jahren ist
einer der Stämme, von den 14 Buchen, abgestorben und somit waren es
nur noch 13 Buchen. Die verbleibenden Buchen wurden auch nicht dicker im
Stamm, sagte Heinz. In den 50ziger Jahren, gegen 1952 /53 wurde der Kippel
abgetragen und die 13 Buchen sind über Nacht verschwunden. Das einzige
was übrig blieb, waren die ca. 50 cm über dem Boden abgeschnittenen
Stämme (Stotze) noch zu sehen. |