Adolf Reichwein

* 3. Oktober 1898 in Ems; † 20. Oktober 1944 in Berlin-Plötzensee

Adolf Reichwein war als Mitglied des Kreisauer Kreises aktiv im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur. Adolf Reichwein war ein deutscher Pädagoge und Kulturpolitiker (SPD).

Adolf Reichweins Familie siedelte 1904 von Ems nach Ober-Rosbach über. Adolf Reichwein besuchte nach der Volksschule in Ober-Rosbach ab 1909 die Augustinerschule in Friedberg und 1914/1915 die Oberrealschule in Bad Nauheim, um sich anschließend autodidaktisch auf das Abitur vorzubereiten. Im November 1916 wurde er als Kriegsfreiwilliger eingezogen. Noch vor Ende seiner militärischen Ausbildung bestand er im Februar 1917 als Externer am Realgymnasium in Friedberg das Abitur und zog anschließend in den Ersten Weltkrieg. Ende 1917 wurde er bei Cambrai schwer verwundet und kam 1918 in ein Lazarett in Frankfurt am Main. Hier lernte er die Gymnasiastin Eva Hillmann kennen, die zunächst seine Verlobte und 1920 seine Ehefrau wurde. Er gehörte als Mitglied des Kreisauer Kreises zum Widerstand gegen Hitler und war als Kultusminister im Falle eines erfolgreichen Umsturzes des Hitlerregimes vorgesehen. Julius Leber und Reichwein trafen sich am 22. Juni 1944 in Berlin mit führenden Mitgliedern der kommunistischen Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation, unter denen sich der Gestapo-Spitzel Ernst Rambow befand. Das Ziel des Treffens bestand aus Sicht von Leber und Reichwein darin, die Kommunisten in die Verschwörung des 20. Juli 1944 einzubinden und für eine neue staatliche Ordnung zu gewinnen. Diese Bestrebungen erfolgten mit Wissen und in Absprache mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Das Gespräch mit den Berliner Kommunisten Anton Saefkow und Franz Jacob soll sehr konstruktiv verlaufen sein. Auf dem Weg zu einem erneuten Treffen mit den Kommunisten am 4. Juli 1944 wurde Reichwein von der Gestapo verhaftet und nach einem Prozess unter Roland Freisler vor dem "Volksgerichtshof" am 20. Oktober 1944 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee erhängt.