Adolf Reichwein war als Mitglied des Kreisauer
Kreises aktiv im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur. Adolf
Reichwein war ein deutscher Pädagoge und Kulturpolitiker (SPD).
Adolf Reichweins Familie siedelte 1904 von Ems nach Ober-Rosbach über.
Adolf Reichwein besuchte nach der Volksschule in Ober-Rosbach ab 1909 die
Augustinerschule in Friedberg und 1914/1915 die Oberrealschule in Bad Nauheim,
um sich anschließend autodidaktisch auf das Abitur vorzubereiten. Im
November 1916 wurde er als Kriegsfreiwilliger eingezogen. Noch vor Ende seiner
militärischen Ausbildung bestand er im Februar 1917 als Externer am
Realgymnasium in Friedberg das Abitur und zog anschließend in den Ersten
Weltkrieg. Ende 1917 wurde er bei Cambrai schwer verwundet und kam 1918 in
ein Lazarett in Frankfurt am Main. Hier lernte er die Gymnasiastin Eva Hillmann
kennen, die zunächst seine Verlobte und 1920 seine Ehefrau wurde. Er
gehörte als Mitglied des Kreisauer Kreises zum Widerstand gegen Hitler
und war als Kultusminister im Falle eines erfolgreichen Umsturzes des
Hitlerregimes vorgesehen. Julius Leber und Reichwein trafen sich am 22. Juni
1944 in Berlin mit führenden Mitgliedern der kommunistischen
Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation, unter denen sich der Gestapo-Spitzel
Ernst Rambow befand. Das Ziel des Treffens bestand aus Sicht von Leber und
Reichwein darin, die Kommunisten in die Verschwörung des 20. Juli 1944
einzubinden und für eine neue staatliche Ordnung zu gewinnen. Diese
Bestrebungen erfolgten mit Wissen und in Absprache mit Claus Schenk Graf
von Stauffenberg. Das Gespräch mit den Berliner Kommunisten Anton Saefkow
und Franz Jacob soll sehr konstruktiv verlaufen sein. Auf dem Weg zu einem
erneuten Treffen mit den Kommunisten am 4. Juli 1944 wurde Reichwein von
der Gestapo verhaftet und nach einem Prozess unter Roland Freisler vor dem
"Volksgerichtshof" am 20. Oktober 1944 im Strafgefängnis
Berlin-Plötzensee erhängt.
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